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Bundesweiter „Aktionstag gegen den Schmerz“

Das interdisziplinäre Schmerzzentrum am Bezirkskrankenhaus (BKH) Günzburg beteiligt sich am Dienstag, 2. Juni 2020, am 9. bundesweiten „Aktionstag gegen den Schmerz“.

Auch in der Pandemie-Zeit ist es wichtig, das Thema Schmerz, das so viele Menschen in Deutschland betrifft, auf die Agenda zu setzen und Patientinnen und Patienten zu informieren und zu beraten. Die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. und ihre Partnerorganisationen weisen auf die lückenhafte Versorgung von vielen Millionen Menschen hin, die an chronischen Schmerzen leiden. Die besonderen Umstände der Corona-Krise haben die Versorgung zusätzlich verschlechtert. Von 9.00 bis 18.00 Uhr ist eine bundesweite kostenlose Telefon-Hotline eingerichtet. Dort beantworten mehrere Dutzend Experten Patientenfragen rund um das Thema Schmerz, darunter Oberarzt Timo Müller, Leiter des interdisziplinären Schmerzzentrums am BKH.

Etwa 23 Millionen Deutsche (28 Prozent) berichten über chronische Schmerzen. Bei fast allen sind diese nicht durch Tumorerkrankungen hervorgerufen. Bei sechs Millionen Deutschen sind die chronischen Schmerzen so deutlich ausgeprägt, dass sie sich im Alltag und im Berufsleben beeinträchtigt fühlen. Die Zahl derer, die unter chronischen, nicht tumorbedingten Schmerzen und unter damit assoziierten psychischen Beeinträchtigungen leiden, liegt in Deutschland bei 2,2 Millionen. Die Versorgung von Schmerzpatienten in Deutschland ist jedoch lückenhaft.

Ziel des 9. bundesweiten „Aktionstags gegen den Schmerz“ ist es, über Information, Beratung und Aufklärung einen „Schutzschirm für Schmerzpatienten“ zu bieten.

„Bei chronischen Schmerzen ist die Berücksichtigung vieler individueller Faktoren wichtig. Therapiekonzepte ergeben sich durch die interdisziplinäre Betrachtung der Schmerzproblematik.“, sagt Oberarzt Timo Müller, Leiter des interdisziplinären Schmerzzentrums am BKH.

In seinem Anliegen wird er unterstützt von der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V., der mit über 3500 Mitgliedern größten wissenschaftlichen Schmerzgesellschaft Europas. „Wir verfügen mittlerweile über viele verschiedene und gut ‚evaluierte‘ Methoden der Schmerzbehandlung, die bekannter gemacht werden müssen. Beispielsweise die multimodale Schmerztherapie“, sagt Thomas Isenberg, Geschäftsführer der Deutschen Schmerzgesellschaft. Dabei werden Therapien aus verschiedenen Fachbereichen miteinander verbunden: Eine medikamentöse Behandlung, Physiotherapie, Psychotherapie, Entspannungsübungen oder Ergotherapie können zum Einsatz kommen. „Der Aktionstag gegen den Schmerz dient auch dazu, Einblicke in die verschiedenen Therapieansätze zu geben. Dabei stehen das Arzt-Patient-Gespräch und die individuelle Abstimmung natürlich im Zentrum“, ergänzt Isenberg. „Viele Patienten irren jahrelang im Dschungel des Gesundheitswesens umher, bevor Sie adäquate Hilfe finden.“

Hinweis:
Bundesweiter Service: kostenlose Patienten-Hotline am 2. Juni 2020 von 9.00 bis 18.00 Uhr unter Telefon 0800-18 18 120. Mit dabei ist Oberarzt Timo Müller, Leiter des interdisziplinären Schmerzzentrums am BKH Günzburg.