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Drogensucht

Wenn der Trip zum Horror wird

Sie rauchen einen Joint und haben ein Gefühl der Leichtigkeit, so als ob Sie fliegen würden. Sie sind der Meinung, dass Cannabis völlig harmlos ist, trotzdem Sie in letzter Zeit apathisch, depressiv oder sogar psychotisch geworden sind. Sie sind mit Ihren Freunden auf dem Trip und nehmen plötzlich die Farben viel klarer und intensiver wahr, jedes Ding um sie herum verändert sein Aussehen und Sie verschmelzen mit Ihrer Umgebung. Nach der kleinen weißen Pille haben Sie keinen Hunger mehr und verausgaben sich in der Disco bis zum Umfallen. Sie haben bereits mehrmals eine „strenge Dosis“ eingeworfen und sind verwirrt durch die Gegend gelaufen, beim Versuch Ihrer Freunde Sie ins Krankenhaus zu bringen, sind Sie aus dem Auto gesprungen, haben einen Erregungszustand erlitten, bis Sie schließlich mit der Polizei in die Klinik eingeliefert wurden. Den Rat der Ärzte, sich einer Entgiftungs- oder Entwöhnungsbehandlung zu unterziehen, haben Sie in den Wind geschlagen, obwohl Sie im Entzug massiv Angst, unerträgliche Gelenkschmerzen und fürchterliche Horrorvisionen durchlitten haben. Ihr erster Gedanke nach dem Erwachen ist der Drang, an Stoff zu kommen, und Sie schrecken auch vor Diebstahl nicht mehr zurück. Ihnen fallen die Zähne aus, Sie sind abgemagert und haben bereits eine Bewährungsstrafe auferlegt bekommen.

Drogenkonsum als Folge des Gruppendrucks

Dass Drogen schädlich sind, ist den meisten Menschen bewusst. Viele Jugendliche reizt es, ihrer Neugier nachzugeben, zumal sie einem erheblichen Gruppendruck ihrer Gleichaltrigen ausgesetzt sind. Anpassung ist ein häufiger Ausgangspunkt für Drogenkonsum, wofür erhebliche Risiken in Kauf genommen werden. Außerdem scheint es so leicht, durch die beruhigende oder aufputschende Wirkung der Rauschmittel den Sorgen und Problemen des Alltags zu entrinnen.

Mit der Sucht in "guter Gesellschaft"

1,5 Millionen Menschen sind medikamentenabhängig, von den 2 Millionen, die regelmäßig Cannabis konsumieren, sind 200 000 süchtig und bei 150 000 Menschen in Deutschland muss man von einer manifesten Heroin- und Opiatabhängigkeit ausgehen. Viele Menschen können sich nicht mehr entspannen, weil sie ihre Zeit pausenlos vor dem Fernseher oder dem Computer verbringen. Wo sinnschaffende Freizeitgestaltung fehlt, wird Ersatz nötig. Und den bekommt man mühelos um die Ecke.

Vorbeugen ist besser als behandeln

Entwicklungsjahre während der Pubertät sind schwierig, manchmal regelrechte Krisenzeiten. Erwachsene vergessen häufig, dass auch sie in ihrer Jugend mit depressiven Verstimmungen, Rückzug, Leistungsabfall in der Schule und Reizbarkeit zu kämpfen hatten. Die Probleme der heranwachsenden Generation sollten ernst genommen werden, wodurch oft die Flucht in die Sucht verhindert werden kann. Dennoch gibt es allerdings keine Garantie, dass hierdurch dem Abgleiten in den Drogenkonsum ein Riegel vorgeschoben werden kann.

Was können Sie tun?

Plötzliche oder schleichende Verhaltensänderungen und Leistungseinschränkungen sollten an einen Drogenkonsum denken lassen. Diese und viele andere Merkmale sind aber schwer verwertbar, wenn man den persönlichen Kontakt zu den Betroffenen nicht hat. Süchtige sind im Tricksen und Beschönigen sehr erfinderisch, weswegen es wichtig ist, Vertrauen der Jugendlichen aufzubauen oder zu erhalten. Wenn es nicht mehr gelingt, mit ihnen im Gespräch zu bleiben, und der Kontakt abreißt, ist es schwer, den Weg aus der Abhängigkeit zu ebnen. Kommt man zu der Erkenntnis, dass ein Drogenkonsum oder gar eine -abhängigkeit vorliegt, reicht oft ein ernsthaftes Gespräch allein nicht aus. Der Gang zu entsprechenden Beratungsstellen ist sinnvoll, es nutzt aber meist nichts, wenn der Betreffende gegen seinen Willen dazu gezwungen wird. Das von der "Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren" herausgegebene Jahrbuch enthält viele hilfreiche Informationen für den Umgang mit der Problematik, unter anderem auch über die örtlich zuständigen Beratungsstellen.

Ein weiterer wichtiger Schritt in der Behandlungskette der Drogenabhängigkeit ist eine Entgiftungsbehandlung, die ambulant, tagklinisch oder vollstationär erfolgen kann. Überdies erscheint eine Langzeittherapie in einer speziellen Institution oft unumgänglich. Absolute Drogenabstinenz sollte das Ziel sein.


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